Highlights Kunstmesse München

WELTKUNST

Knapp 40 Aussteller bei den Highlights in der Residenz, etwa 65 im Postpalast: Der zeitlich aufeinander abgestimmte Auftritt an verschiedenen, doch für den Besucher gut kombinierbaren Standorten hat sich bewährt. Das Echo von Besuchern und Käufern war voriges Jahr einhellig positiv. Dass auch die Händler zufrieden waren, zeigen die jeweils vier neuen Teilnehmer. Schade nur, dass sich einige der wichtigsten deutschen Händler für die ebenfalls im Oktober stattfindende Tefaf New York entschieden haben. Doch ist die Terminentzerrung für 2018 schon geregelt, sodass Georg Laue und Florian Eitle dann wieder in der Residenz dabei sein werden.

Kunst München
Kunst München

Beide Messen präsentieren Kunst vom Mittelalter bis in die Gegenwart, Antiken fehlen leider ganz wegen des in Teilen unsinnigen Kulturgutschutz-Gesetzes. Die Schwerpunkte sind unterschiedlich gewichtet. Das Programm der Kunst & Antiquitäten im Postpalast ist inhaltlich und qualitativ breit gefächert. Anspruchsvolle Antiquitäten aus dem 18. und 19. Jahrhundert, mit denen es sich gut leben lässt, bilden das Herzstück. Hier steuern die österreichischen Teilnehmer Wesentliches zum facettenreichen Angebot bei. Ein Dutzend Spezialisten kommt mit außereuropäischer Kunst, mit Tibetika, Asiatika und japanischen Holzschnitten, mit sammelwürdigen Teppichen und Textilien sowie russischen und griechischen Ikonen.

Im Kaiserhof der Residenz konzentriert man sich vor allem auf hochkarätige Sammelobjekte. Rund die Hälfte der Highlights-Aussteller sind Galerien mit Werken von der klassischen Moderne bis zu den Zeitgenossen inklusive Fotografie. Bedauerlich ist, dass kein Altmeisterhändler mehr teilnimmt. Dafür hat der klassische Antiquitätensektor durch die Teilnahme von Walter Senger enorm gewonnen. Mit ihm und den Allrounder-Kollegen Christian Eduard Franke aus Bamberg und Peter­ Mühlbauer aus Pocking sind nun drei der vier wichtigsten deutschen Generalisten vertreten. Ihre Stände sind ein Dorado höfischer Interieur- und Sammlerkunst des 17. bis frühen 19. Jahrhunderts mit Gemälden, Möbeln, Lüstern, Leuchtern, Spiegeln, Bronzen oder Prunksilber.

In München zeigt Walter Senger, dessen Skulpturenkeller in Bamberg weithin berühmt ist, innerhalb seiner süddeutsch-spätgotischen Skulpturen eine berückend schöne Ulmer Lindenholz-Madonna mit Kind und originalen Fassungsresten (85.000 Euro), einen heiliger Hieronymus in Eichenholz mit alter Fassung (95.000 Euro) und einen vollrund in Lindenholz geschnitzten und gefassten Christophorus um 1520 (Preis auf Anfrage). Ein kleines, um 1760 von Feuchtmayer geschnitztes und in der originalen Fassung erhaltenes geflügeltes Lindenholz-Puttenköpfchen (13.000 Euro), ein ebenfalls noch original gefasster dramatischer, über einen halben Meter großer Tiroler Auferstehungs-Christus (16.500 Euro), der dem Imster Bildhauer Jakob Witwer (1679–1758) zugeschrieben wird, oder ein ungefasster Lindenholz-Apostel aus der Schule des Matthias Bernhard Braun (12.000 Euro) sind bei Dr. Rainer Jungbauer, der Anlaufstelle traditioneller Barock- und Rokokoskulpturen, zu entdecken.

info von :www.weltkunst.de/kunsthandel/2017/10/muenchner-kunstmessen-als-bewaehrtes-doppel

Post Author: alavit